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Bonus: 10 kulturelle Überraschungen

Der 22. Januar ist der Deutsch-Französische Tag. Der Tag, an dem Deutschland und Frankreich ihre Freundschaft feiern und dazu aufrufen, die Menschen, Sprache und Kultur des anderen Landes zu entdecken. Deshalb möchte ich dir in dieser Bonus-Folge des Podcasts 10 kulturelle Überraschungen vorstellen. 10 Dinge, die wir (wahrscheinlich) nicht wissen über unsere Nachbarn. Hör doch gleich mal rein.

Heute ist der 22. Januar. Für dich ist das wahrscheinlich ein ganz normaler Samstag. Es sei denn, du heiratest, hast Geburtstag, wirst Mama oder Papa… In diesen Fällen wünsche ich übrigens ganz herzlichen Glückwunsch!

Aber zurück zum 22. Januar. Für die deutsch-französische Freundschaft ist das ein besonderer Tag. Denn seit fast 20 Jahren ist der 22. Januar der Deutsch-Französische Tag oder la journée franco-allemande. Es ist der Tag, an dem Deutschland und Frankreich ihre Freundschaft feiern und dazu aufrufen, die Menschen, Sprache und Kultur des anderen Landes zu entdecken. Und genau deshalb gibt es hier im Parlons Allemand Podcast heute eine Bonus-Folge. Zu dieser Folge gibt es auch eine Transkription. Du findest den Text unter www.parlonsallemand.fr/bonus01. Den Link dazu habe ich dir auch in die Shownotes gestellt. Und am Ende der Folge habe ich noch einen kleinen Bonus für dich. (👇 am Ende des Textes)

Für mich persönlich hat das Jahr nicht nur einen Deutsch-Französischen Tag, sondern 365. Ich bin Deutsche, aber ich lebe in Frankreich. Für mich ist es Alltag, mit beiden Kulturen gleichzeitig zu leben. Ich habe die ersten 34 Jahre meines Lebens in Deutschland gelebt. Habe die deutsche Kultur also mit der Muttermilch aufgesogen. Aber jetzt bin ich tagtäglich umgeben von der französischen Kultur und Mentalität. Und genau darum soll es in dieser Bonusfolge gehen: um 10 kulturelle Überraschungen. Ich möchte dir 5 Dinge erzählen, die mich überrascht haben, seit ich in Frankreich wohne. Und außerdem 5 Dinge über Deutschland, die meine französischen Gesprächspartner immer wieder überraschen.

Los geht’s mit 5 Dingen, die mich hier in Frankreich überrascht haben.

1. Mich hat überrascht, dass es in Frankreich keine Drogeriemärkte gibt.

Wenn du schon einmal in Deutschland warst, dann kennst du bestimmt Geschäfte wie DM oder Rossmann. Das sind sogenannte Drogeriemärkte. In diesen Geschäften kann man Sachen kaufen wie Shampoo, Duschgel, Zahnpasta, aber auch Parfüm, Make-up, Putzmittel oder Klopapier. Alles, was man braucht, um sich selbst oder seine Wohnung zu pflegen. Und diese Geschäfte gibt es in Frankreich nicht. Das hat mich wirklich geschockt. Denn wie viele deutsche Frauen, habe ich es immer geliebt, im Drogeriemarkt einzukaufen. Zu stöbern, was es Neues gibt. Aber hier in Frankreich muss ich diese Sachen entweder im Supermarkt kaufen – was eine ganz andere Atmosphäre ist als in einem deutschen Drogeriemarkt. Oder ich kann sie in einer Parfümerie kaufen – was man sich aber erst einmal leisten können muss. Denn in deutschen Drogeriemärkten sind die Preise viel niedriger als hier in Frankreich, selbst als hier im französischen Supermarkt – ganz besonders bei Putzmitteln. Deshalb nutze ich meinen Vorteil, dass ich deutsche Verwandtschaft habe. Ich lasse mir immer große Pakete aus dem DM mitbringen, wenn uns jemand besuchen kommt. Und dir kann ich nur raten: Wenn du mal in Deutschland bist, dann schaue dir mal einen Drogeriemarkt an.

Die 2. Sache, die mich hier in Frankreich überrascht hat: Die Art und Weise, wie auf französischen Autobahnen eine Rettungsgasse gebildet wird.

Mit dem Wort Rettungsgasse ist gemeint, dass man im Stau auf der Autobahn Platz machen muss, damit die Polizei oder der Krankenwagen durchfahren kann. Und in Deutschland ist ganz genau geregelt, wann und wie man eine Rettungsgasse bilden muss. Sobald der Verkehr auf der Autobahn stockt, also nicht mehr normal fährt, muss man eine Rettungsgasse bilden. Und zwar immer zwischen der linken Spur und den anderen Spuren. Das heißt: Die Autos auf der linken Spur fahren so weit wie möglich nach links. Und alle anderen Autos fahren so weit wie möglich nach rechts. Dadurch entsteht eine Rettungsgasse – also Platz zum Durchfahren für Polizei, Feuerwehr und so weiter. Als wir hier in Frankreich angekommen sind, wollte ich nachschauen, wie man sich in Frankreich verhalten muss, um eine Rettungsgasse zu bilden. Und dann war ich überrascht. Denn hier in Frankreich muss man zwar dafür sorgen, dass Polizei und Feuerwehr durchfahren können – aber es gibt keine feste Regelung, wo genau man hinfahren muss. Woher weiß man denn da bitte, was man machen soll? Die Erfahrung der letzten Jahre hat mir gezeigt: Im Falle des Falles fährt man halt irgendwohin, so dass Platz ist – egal wohin, Hauptsache, die Einsatzfahrzeuge kommen durch. Mal steht man halt rechts und mal links, aber hey, ist ja auch egal.

Die 3. Sache, die mich hier in Frankreich überrascht hat: Als man mir erzählt hat, dass schwangere Frauen in Frankreich Heißhunger auf Erdbeeren haben.

Du weißt schon, dieser Mythos, dass eine Frau total Lust auf Erdbeeren hat, wenn sie schwanger ist. Da unterscheiden sich deutsche und französische Frauen erheblich. Denn in Deutschland haben Frauen angeblich Lust auf Essiggurken, also auf Cornichons, wenn sie schwanger sind. Erdbeeren in Frankreich, Essiggurken in Deutschland – viel größer könnte der Unterschied nicht sein, oder?! Aber was machen schwangere französische Frauen eigentlich im Winter, wenn es keine Erdbeeren gibt?

Nummer 4: Mich hat überrascht, wie spät Supermärkte hier öffnen.

In Deutschland machen viele Supermärkte schon morgens um 7 Uhr auf. Das fand ich immer toll. Denn für mich als Frühaufsteher war das immer super. Da konnte ich samstags ganz früh einkaufen gehen und hatte danach Zeit für andere Sachen. Aber hier in Frankreich machen die Supermärkte erst um halb neun auf… Daran musste ich mich erst gewöhnen…

Und die 5. Sache, die mich hier in Frankreich überrascht hat, ist: Wie freigiebig französische Ärzte mit Medikamenten sind.

Ich muss zum Glück nicht oft zum Arzt. Aber wenn ich dann mal gehe, dann komme ich hier immer mit jede Menge Schachteln Medikamenten zurück. Ein Beispiel: Wenn ich in Deutschland mit einer dicken Erkältung zum Arzt gegangen bin, dann hat der Arzt mich krankgeschrieben, mir gesagt, dass ich mich ins Bett legen soll und dass ich inhalieren soll. Im schlimmsten Fall habe ich noch ein Medikament gegen den Husten verschrieben bekommen. Das war’s. Als ich hier in Frankreich mit einer dicken Erkältung zum Arzt gegangen bin, bin ich mit insgesamt vier Schachteln Medikamenten zurückgekommen. Ein Nasenspray, ein anderes Medikament gegen den Schnupfen, ein Medikament gegen den Husten und ein Schmerzmittel. Oder als mein Mann letztens eine Operation beim Zahnarzt hatte. Da hat man ihm am Tag vorher acht Medikamente verschrieben, die er nehmen sollte. 8!!! Ich hatte in Deutschland eine ähnliche Operation. Mir hat man vor der Operation überhaupt keine Medikamente gegeben und hinterher nur ein einziges: nämlich ein Schmerzmittel. Französische Ärzte sind nach meiner Erfahrung also sehr viel freigiebiger mit Medikamenten als deutsche Ärzte.

Und jetzt zu den 5 Dingen, die meine französischen Gesprächspartner immer überraschen, wenn ich sie ihnen erzähle.

Nummer 1: Deutsche Bettdecken sind anders als französische Bettdecken.

In Deutschland ist ein normales Bett für zwei Personen 1 Meter 80 breit. Also zum Beispiel für ein Ehepaar. Jeder hat seine eigene Matratze von 90 Zentimetern. Und es hat auch jeder sein eigenes Kopfkissen – und seine eigene Decke. Ja, in Deutschland schlafen Ehepartner unter getrennten Decken. Und ich verstehe bis heute nicht, wie ihr Franzosen das macht mit nur einer Decke. Wenn mein Mann und ich in Urlaub sind und wir dort nur eine Decke haben, dann schlafen wir immer schlecht. Weil wir uns immer gegenseitig die Decke wegziehen. Das ist furchtbar. Da bin und bleibe ich deutsch: 2 Personen, 2 Decken!

Nummer 2: In deutschen Restaurants gibt es kein kostenloses Wasser.

In einem deutschen Restaurant kannst du nicht einfach eine Karaffe mit Wasser bestellen und bekommst sie kostenlos. Das ist in Deutschland nicht üblich. In Deutschland musst du Wasser in einer Flasche bestellen und es bezahlen. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Deutschen kaum stilles Wasser trinken. Die meisten Deutschen trinken Sprudel, also Wasser mit Kohlensäure.

Nummer 3: In einer deutschen Sauna ist man nackt.

Für die Deutschen ist das ganz normal: Wenn man in die Sauna geht, dann ist man nackt. Man zieht keine Badehose und keinen Badeanzug an, sondern man sitzt nackt in der Sauna. Ohne Kleidung. Und das übrigens, obwohl Männer und Frauen meistens zusammen in der Sauna sitzen. In Deutschland nimmt man nur ein Handtuch mit, auf das man sich setzt. Ansonsten sitzt man halt da, wie Gott einen schuf. Nackt. Und keinen stört es. Also zumindest nicht in der Sauna. Denn wer sich daran stört, der geht einfach nicht in die Sauna. So wie ich.

Nummer 4: Viele Franzosen sind überrascht, dass wir Deutschen so viel lüften.

Und das hat übrigens nichts mit Corona zu tun. Wir Deutschen haben auch schon vor Corona regelmäßig die Fenster aufgemacht, um zu lüften. Wir lüften morgens, wenn wir aufstehen. Wir lüften, wenn wir nach Hause kommen. Wir lüften, bevor wir ins Bett gehen. Und immer wieder zwischendurch, wenn wir das Gefühl haben, dass die Luft im Raum nicht mehr so gut ist. Für uns Deutsche ist das Lüften so normal, dass wir sogar besondere Wörter dafür kreiert haben. Zum Beispiel die Wörter stoßlüften und querlüften. Stoßlüften bedeutet, dass man das Fenster komplett aufmacht für ein paar Minuten. Querlüften bedeutet, dass man mehrere Fenster in einer Wohnung gleichzeitig aufmacht. Und als wäre das noch nicht genug, haben wir Deutschen sogar Fenster entwickelt, die uns beim Lüften helfen. Denn unsere deutschen Fenster kann man kippen. Man kann sie so nach vorne kippen, dass das Fenster an sich zu bleibt, aber oben und an den Seiten entsteht ein Schlitz, durch den Luft hereinkommen kann. Für uns ist Lüften also ganz normal und es amüsiert mich persönlich sehr, wenn ich hier in Frankreich während der Corona-Pandemie höre, dass ich regelmäßig lüften soll. Ich bin Deutsche, ich mach das sowieso!

Und die letzte Sache, die viele Franzosen überrascht, wenn ich sie erzähle, ist folgende: Wir Deutschen essen oft schon abends um 17.30 oder um 18 Uhr.

Ja, wir essen sehr viel früher als die Franzosen. Abendessen um halb sechs oder sechs ist in Deutschland nicht merkwürdig, sondern ganz normal. Ich vermute, das liegt an unserem anderen Tagesrhythmus. Wir Deutschen fangen oft schon morgens um halb acht an zu arbeiten. Deshalb sind wir auch früher zuhause als die Franzosen. Und da wir so etwas wie den Apéro nicht kennen, essen wir dann eben unser Abendessen. Wir Deutschen essen übrigens abends oft nicht warm, sondern wir essen oft nur eine Scheibe Brot mit Wurst oder Käse. Das sogenannte Abendbrot. Das frühe Abendessen ist übrigens nicht nur zuhause ganz normal, sondern auch im Restaurant. Fast jedes Restaurant in Deutschland ist schon um 18 Uhr geöffnet, viele öffnen sogar schon um 17 Uhr 30. Das frühe Abendessen ist für uns Deutsche die Regel, nicht die Ausnahme. Und das ist vielleicht sogar die Sache, die sich am meisten geändert hat in meinem Leben, seit ich in Frankreich wohne. Denn mittlerweile essen mein Mann und ich erst gegen sieben oder viertel nach sieben zu Abend. Und wenn ich das in Deutschland erzähle, gucken mich viele Deutsche überrascht an.

Das waren sie, die 10 kulturellen Überraschungen, die ich dir zum Deutsch-Französischen Tag vorstellen wollte. Ich hoffe, diese Bonusfolge hat dir gefallen. Wenn du den Text zur Folge lesen möchtest, dann findest du ihn wie schon gesagt unter www.parlonsallemand.fr/bonus01 Den Link habe ich dir wie immer auch in die Shownotes gestellt.

Und jetzt noch zu dem kleinen Bonus, den ich dir versprochen habe. Ich habe ein PDF für dich vorbereitet, in dem ich dir noch 6 weitere interessante Fakten über die Deutschen und ihre Sitten erzähle. Dinge, die dich überraschen werden, oder über die du lachen wirst. Wenn du dieses  gratis Bonus-PDF haben möchtest, dann kannst du es hier kostenlos downloaden: 

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Bonus: 10 kulturelle Überraschungen

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Ich würde mich übrigens riesig freuen, wenn du mir erzählst, was dich überrascht an den Deutschen oder an der deutschen Kultur? Was findest du lustig oder kaum zu glauben? Schreib es mir an britta@parlonsallemand.fr

Und vielleicht kennst du ja jemanden, dem diese Podcastfolge auch gefallen würde. Dann empfiehl mich doch weiter – es würde mich total freuen, wenn ich noch mehr Menschen von diesen 10 kulturellen Überraschungen erzählen dürfte.

Bis bald
Britta

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